Post 13. November um 15:55

Und jetzt beides mal in den Mixer:

Eine unterfinanzierte Hochschule erhält also mehr Geld, wenn sie

-> Im Mittelbemssungsmodell des Landes Rheinland-Pfalz gestellte Anforderungen erfüllt.

die Höhe der Zuwendungen richtet sich zu

=> 20% nach der Grundausstattung – Anzahl Professor*innen, wissenschaftlichen Mitarbeiter*innen.

Um eine Professur zu berufen, muss genug Geld vorhanden sein, diese auch zu finanzieren, das ist eher schwierig, wenn kein Geld da ist.

=> 45% nach der Lehre – Dabei fällt die Zahl der Studierenden in Regelstudienzeit ins Gewicht und die Zahl der Absolvent*innen.

Einfache Lösung: Mehr Studis einschreiben.

=> 30% nach der Forschung: Dies wird durch die Drittmitteleinwerbungen beieinflusst (werden in einem unteren Post erklärt).

Wir bestehen zu großen Teilen aus Studierenden des Lehramtes, die Forschung in diesem Bereich ist nicht sonderlich attraktiv für Drittmittelgeber*innen. Die Lehre aber umso wichtiger, ich glaube niemand möchte, dass ihre/seine Kids von unsachgemäß ausgebildeten Lehrer*innen unterrichtet werden. An dieser Stellschraube kann die Uni also auch nicht viel drehen.

=> 5% werden für die “Produktion” wissenschaftlichen Nachwuchses vergeben, also Habilitationen, Promotionen etc.

Auch wenn dies nur 5% ausmacht, auch hier hat die Universität Ko-Ld den Nachteil, dass Studierende im Lehramt seltener die Laufbahn an der Uni einschlagen, sondern lieber Lehrer werden.

-> Die andere Finanzierungsquelle bietet der Hochschulpakt:

Wer mehr Studierende einschreibt, erhält mehr Geld.

Liebe Grüße

Yann

Post 13. November um 15:39

Der Hochschulpakt:

Ganz grob vereinfacht, ich verlinke unten weitere Infos für die Streber*innen unter Euch „wink“-Emoticon

Angesichts der doppelten Abiturjahrgänge, hervorgerufen durch die G8-Reformen in mehrere Bundesländern, fürchteten die Bundesländer, dass die Finanzierung der zusätzlich benötigten Studienplätze nicht ausreichen würde. Da der Bund in Deutschland bis letztes Jahr (durch das sog. Kooperationsverbot) nicht direkt in die Finanzierung der Bildung eingreifen durfte, wurde der Hochschulpakt 2020 geschaffen.

Durch den Hochschulpakt erhalten Hochschulen pro Student*in, die/der, im Vergleich zu den Einschreibezahlen 2005, zusätzlich eingeschrieben wird, einmalig einen bestimmten Geldbetrag aus Mitteln des Bundeshaushaltes. Der Betrag hängt davon ab, welcher Fachrichtung man angehört, Naturwissenschaftliche Fächer werden hier höher vergütet als Geisteswissenschaftliche Fächer, vor allem Begründet durch die höheren Ausbildungskosten (Laborpraktika etc.). Diese Beiträge liegen zwischen 8.000 € und 26.000 € und werden mit der erfolgten Einschreibung ausgezahlt.

Dabei ist nicht berücksichtigt, ob der/die Studierende das Studium wirklich abschließen wird, dies soll sich mit der ddritten Phase des Paktes ab 2016 ändern und 10% der Mittel sollen darauf verwendet werden um Studierende zu einem Abschluss zu führen.

Liebe Grüße

Yann

Links:

https://www.bmbf.de/de/hochschulpakt-2020-506.html

https://de.wikipedia.org/wiki/Hochschulpakt

Post 12. November um 00:38

Das Mittelbemessungsmodell:

Nach dem Mittelbemessungsmodell werden den Universitäten in Rheinland-Pfalz pro Semester für jede*n eingeschriebene*n Studierende*n mit einem bestimmten Betrag Geld ausgestattet. Das Modell richtet sich nach u.a. der Anzahl der eingeschriebenen Studierenden, nach der Summe der eingeworbenen Drittmittel

(Drittmittel: Forschungsgelder durch “Dritte”, also Firmen oder Privatpersonen die den Unis Forschungsaufträge erteilen und dafür Gelder stellen)

und weiteren Faktoren (wir arbeiten das gleich noch aus, es ist nur gerade halb eins und ich muss morgen ins Seminar *heul*).

Da die Drittmittel ein sehr wichtiger Faktor in diesem Modell sind, ist die Uni-Koblenz-Landau weit schlechter ausgestattet als die anderen Universitäten im Land (die letzten Zahlen die uns vorliegen sind noch aus 2005 [hier geändert, vorher 2009], damals Landau 400€ pro Studi/Semester, Kaiserslauter und Trier zwischen 600 – 700 € pro Studi/Semester und Mainz so bei 1200 € pro Studi/Semester.).

Ihr könnt Euch denken, dass bei Zahlen von 15.000 Studierenden in Koblenz-Landau und Trier die 200 bis 300€ Unterschied pro Semester und Studi ganz gehörig ins Gewicht fallen!

Mit dem Hochschulpakt kam dann ein ganz neues Instrument zur Mittelbeschaffung ins Spiel, dass wir Euch im nächsten Post vorstellen!

Liebe Grüße

Yann

Das aktuellste Material ist von 2005, das findet Ihr hier:

http://www.hof.uni-halle.de/…/L…/RP_hochschulfinanz_2005.pdf

Post 12. November um 00:25

Die Universität Koblenz-Landau ist seit Gründung die am schlechtesten finanzierte Universität in Rheinland-Pfalz. Dies ist dem Bildungsministerium seit jeher bekannt, schon zur Ernennung der Pädagogischen Hochschule zur Universität im Jahr 1990 soll der damalige Staatssekretär im Bildungsministerium zum Präsidenten der neuen Universität Koblenz-Landau gesagt haben: “…aber bitte glauben Sie nicht, dass SIe jetzt auch wie eine Universität bezahlt werden!”

Seitdem tragen Studierendenvertreter*innen das Thema Jahr für Jahr an das Bildungsministerium heran, ohne dass etwas geschehen ist. Im Jahr 2016 finden Landtagswahlen in RLP statt und wir sollten diese nutzen, um das Thema breit an die Politik heranzutragen.