+++Tagesgeschehen 24.11.2015+++

+++Campus Landau weiterhin im Streik+++

Ein großes Lob an all die hartgesottenen Menschen, die heute morgen schon in
allerhergottsfrühe an den Türmen standen und die beschlossene Blockade umgesetzt haben.

Um 13:00 Uhr haben wir versucht die Situation vor den Türmen ins Bildungsministerium zu schalten, wo
die Vorsitzende des AStA mit dem Präsidenten unserer Uni und dem Staatssekretär Deufel über die Lage
der Universität gesprochen hat.

Da es das Bildungsministerium nicht geschafft hat, Internet zur
Verfügung zu stellen, haben die ca. 600 anwesenden Studis die Gelegenheit spontan genutzt, einen
Demozug durch Landau zur Bürgerstraße zu starten. Die Polizei hat diesen letztendlich begleitet und
dafür gesorgt, dass wir unser Ziel sicher erreichen konnten.

Auf dem Plenum um 16:30 stellte der Präsident der Uni die Lösungsansätze vor, diese sehen aus wie folgt:

– Die Universität darf mit sofortiger Wirkung die Halle in der Reitstraße für 7 Jahre anmieten,
dorthin wird die Kunst verlegt werden, sodass Räume am Campus frei werden.

– Die Mensa soll, außerhalb der Essenszeiten, als Aufenthalts- und Arbeitsraum dienen, dau auch mit
W-Lan ausgerüstet werden

– Das Bildungsministerium hat angekündigt einen “Masterplan” für die Unibib zu entwickeln, da diese
die am schlechtesten ausgestatette Deutschlands ist (das aber auch schon seit ein paar Jahren)

Das Plenum hat über diese Vorschläge diskutiert, aber erkannt, dass dies keinesfalls die Lage der Universität
verbessern wird, da die zentralen Forderungen der Studierenden missachten. Dabei bleibt die wissentlich
vom Land herbeigeführte Unterfinanzierung der Universität Koblenz-Landau das größte Problem.

Das Plenum hat beschlossen den Streik und die Besetzung fortzuführen.

Beim Plenum waren Pressevertreter*innen von Das Ding!, Rheinpfalz und Antenne Landau anwesend.

Die Studierendenschaft hat weitere Arbeitskreise gebildet, informiert Euch morgen vor
Ort im Audimax und tragt Euch in die ausliegenden Listen ein.

Zeigt Euch solidarisch, die Situtation an der Unie betrifft uns alle!

Für die Studierendenschaft Landau

Yann

Studierendenschaft Landau im Streik

Liebe Welt,

die heutige Vollversammlung hat spontan die Besetzung der Gebäude I und K und des Audimaxes am Campus Landau beschlossen und umgesetzt. Auf dem folgenden Plenum wurde beschlossen den Streik fortzusetzen.

Zentrale Forderungen sind:

  • Eine sinnvolle Finanzierung der Universitäten in Rheinland-Pfalz, unabhängig von Drittmitteleinwerbungen.
  • Eine bessere Ausstattung der Universität Koblenz-Landau im Bezug auf Lehrpersonal und Räumlichkeiten.
  • Eine faire Bezahlung der wissenschaftlichen Hilfskräfte und Promovierenden, nach Tarif.
  • Seminare mit maximal 30 Studierenden, um eine sinnvolle Lehre zu ermöglichen.

(Aktualisierung folgt)

Die Studierendenschaft am Campus Landau

 

Plenumssitzung 24.11.15

 

Post 18.11.2015 00:08

Die bisherigen Schritte der Studierendenschaft:
 
2013:
 
– über 4.000 Studierende an beiden Campi unterschreiben Briefe mit der Forderung nach einer fairen Grundfinanzierung der Universität Ko-Ld an den Landtag.
– Pressewirksame Übergabe der Briefe mit abermaliger Forderung nach besserer Grundfinanzierung.
– Gespräch mit der damaligen Staatssekretärin im Bildungsministerium, Vera Reiß. Ergebnis ist, dass das Thema Unterfinanzierung abgeblockt und als nicht-existent bezeichnet wird.
– Gespräche mit Hochschulleitung, Landtagsabgeordneten und Mitarbeiter*innen des Bildungsministeriums.
 
2014:
 
– Gesprächstermin mit Frau Vera Reiß, inzwischen Bildungsministerin, und Herrn Prof. Dr. Thomas Deufel (Staatssekretär). Thema Unterfinanzierung wird als alter Hut bezeichnet und schnell beendet. Generell kündigt das Ministerium an, erst nach den Wahlen 2016 reformerisch in Sachen Hochschulpolitik vorzugehen.
– Studierende der Sonderpädagogik streiten mit Universität über freie Schwerpunktwahl im Master. Durch Protest der Fachschaft und GEW in Mainz wird diese tatsächlich erreicht.
– Verlängerung der Bib-Öffnungszeiten, diese war vorher mehrere Jahre lang die am schlechtesten ausgestattete Unibib Deutschlands.
– Gespräche mit Landtagsabgeordneten von SPD und Grüne, Forderung nach Grundfinanzierung im Vordergrund
– Barbara Schleicher-Rothmund (Bildungspolitische Sprecherin SPD-Fraktion im Landtag) besucht Dekanerunde im Fachbereich 5 auf Einladung. Studierende berichten von Überfüllungen, Kenntnisnahme.
 
2015:
 
– Kontakt zu Landtagsabgeordneten von SPD und Grüne (da Regierungskoalition, nicht wegen Parteipräferenz) und abermalige Thematisierung der Unterfinanzierung. Kenntnisnahme aber keine erkennbaren Folgen.
– Termin mit Herrn Prof. Dr. Deufel (immer noch Staatssekretär im Bildungsministerium) vereinbart.
– Vollversammlung einberufen, da EInschreibezahlen in Landau nochmals gestiegen im Vergleich zu letztem Wintersemester.
 
Das kriege ich jetzt mal so grob hin, fehlen wahrscheinlich noch Sachen, ich kam 2013 auch erst zur Hälfte des Jahres in den AStA, evtl. ergänzen oder korrigieren die Leute die da noch mehr wissen als ich das in den Kommentaren.
 
Liebe Grüße
 
Yann

Post 17.11.2015 03:35

Ein weiteres Problem an der Universität liegt in der prekären Situation unserer wissenschaftlichen Mitarbeiter*innen. Viele Verträge beinhalten ein Volumen von 16 Semesterwochenstunden Lehrtätigkeit. Das klingt an sich nocht nicht so viel, wenn man aber die Vorbereitungszeit/Nachbereitungszeit mit einberechnet, entsteht daraus eine gewaltige Belastung.
Dieser Umstand verhindert für die Betroffenen ein gewaltiges Hindernis bei der wissenschaftlichen Arbeit, betrifft aber auch uns Studis, wenn diese Dozent*innen völlig geschlaucht unsere Seminare halten müssen.

Post 13. November um 16:00

Da das Geld aus dem Hochschulpakt nicht fest zugeordnet wird und mit Auslaufen des Paktes nicht mehr zur Verfügung gestellt wird, lassen sich mit diesen Geldern nur schwerlich dauerhafte Stellen schaffen. Ein Problem an unserer Universität ist nämlich auch die Unterausstattung bei den Dozierenden, weshalb wir Seminare in der Regel mit 60 Studierenden “vollstopfen” müssen.

Unsere Studiengänge werden normalerweise für 30 Seminarteilnehmer*innen akkreditiert. Diese Akkreditierung bescheinigt der Universität, dass die Studiengänge tatsächlich die Qualität erfüllen, den Abschluss Bachelor oder Master zu verleihen.

De Facto studiert Ihr also gerade nicht nach den Regeln, dass Ihr Euch hinterher Bachelor oder Master of XY nennen dürft.

Liebe Grüße

Yann

Post 13. November um 15:55

Und jetzt beides mal in den Mixer:

Eine unterfinanzierte Hochschule erhält also mehr Geld, wenn sie

-> Im Mittelbemssungsmodell des Landes Rheinland-Pfalz gestellte Anforderungen erfüllt.

die Höhe der Zuwendungen richtet sich zu

=> 20% nach der Grundausstattung – Anzahl Professor*innen, wissenschaftlichen Mitarbeiter*innen.

Um eine Professur zu berufen, muss genug Geld vorhanden sein, diese auch zu finanzieren, das ist eher schwierig, wenn kein Geld da ist.

=> 45% nach der Lehre – Dabei fällt die Zahl der Studierenden in Regelstudienzeit ins Gewicht und die Zahl der Absolvent*innen.

Einfache Lösung: Mehr Studis einschreiben.

=> 30% nach der Forschung: Dies wird durch die Drittmitteleinwerbungen beieinflusst (werden in einem unteren Post erklärt).

Wir bestehen zu großen Teilen aus Studierenden des Lehramtes, die Forschung in diesem Bereich ist nicht sonderlich attraktiv für Drittmittelgeber*innen. Die Lehre aber umso wichtiger, ich glaube niemand möchte, dass ihre/seine Kids von unsachgemäß ausgebildeten Lehrer*innen unterrichtet werden. An dieser Stellschraube kann die Uni also auch nicht viel drehen.

=> 5% werden für die “Produktion” wissenschaftlichen Nachwuchses vergeben, also Habilitationen, Promotionen etc.

Auch wenn dies nur 5% ausmacht, auch hier hat die Universität Ko-Ld den Nachteil, dass Studierende im Lehramt seltener die Laufbahn an der Uni einschlagen, sondern lieber Lehrer werden.

-> Die andere Finanzierungsquelle bietet der Hochschulpakt:

Wer mehr Studierende einschreibt, erhält mehr Geld.

Liebe Grüße

Yann

Post 13. November um 15:39

Der Hochschulpakt:

Ganz grob vereinfacht, ich verlinke unten weitere Infos für die Streber*innen unter Euch „wink“-Emoticon

Angesichts der doppelten Abiturjahrgänge, hervorgerufen durch die G8-Reformen in mehrere Bundesländern, fürchteten die Bundesländer, dass die Finanzierung der zusätzlich benötigten Studienplätze nicht ausreichen würde. Da der Bund in Deutschland bis letztes Jahr (durch das sog. Kooperationsverbot) nicht direkt in die Finanzierung der Bildung eingreifen durfte, wurde der Hochschulpakt 2020 geschaffen.

Durch den Hochschulpakt erhalten Hochschulen pro Student*in, die/der, im Vergleich zu den Einschreibezahlen 2005, zusätzlich eingeschrieben wird, einmalig einen bestimmten Geldbetrag aus Mitteln des Bundeshaushaltes. Der Betrag hängt davon ab, welcher Fachrichtung man angehört, Naturwissenschaftliche Fächer werden hier höher vergütet als Geisteswissenschaftliche Fächer, vor allem Begründet durch die höheren Ausbildungskosten (Laborpraktika etc.). Diese Beiträge liegen zwischen 8.000 € und 26.000 € und werden mit der erfolgten Einschreibung ausgezahlt.

Dabei ist nicht berücksichtigt, ob der/die Studierende das Studium wirklich abschließen wird, dies soll sich mit der ddritten Phase des Paktes ab 2016 ändern und 10% der Mittel sollen darauf verwendet werden um Studierende zu einem Abschluss zu führen.

Liebe Grüße

Yann

Links:

https://www.bmbf.de/de/hochschulpakt-2020-506.html

https://de.wikipedia.org/wiki/Hochschulpakt

Post 12. November um 00:38

Das Mittelbemessungsmodell:

Nach dem Mittelbemessungsmodell werden den Universitäten in Rheinland-Pfalz pro Semester für jede*n eingeschriebene*n Studierende*n mit einem bestimmten Betrag Geld ausgestattet. Das Modell richtet sich nach u.a. der Anzahl der eingeschriebenen Studierenden, nach der Summe der eingeworbenen Drittmittel

(Drittmittel: Forschungsgelder durch “Dritte”, also Firmen oder Privatpersonen die den Unis Forschungsaufträge erteilen und dafür Gelder stellen)

und weiteren Faktoren (wir arbeiten das gleich noch aus, es ist nur gerade halb eins und ich muss morgen ins Seminar *heul*).

Da die Drittmittel ein sehr wichtiger Faktor in diesem Modell sind, ist die Uni-Koblenz-Landau weit schlechter ausgestattet als die anderen Universitäten im Land (die letzten Zahlen die uns vorliegen sind noch aus 2005 [hier geändert, vorher 2009], damals Landau 400€ pro Studi/Semester, Kaiserslauter und Trier zwischen 600 – 700 € pro Studi/Semester und Mainz so bei 1200 € pro Studi/Semester.).

Ihr könnt Euch denken, dass bei Zahlen von 15.000 Studierenden in Koblenz-Landau und Trier die 200 bis 300€ Unterschied pro Semester und Studi ganz gehörig ins Gewicht fallen!

Mit dem Hochschulpakt kam dann ein ganz neues Instrument zur Mittelbeschaffung ins Spiel, dass wir Euch im nächsten Post vorstellen!

Liebe Grüße

Yann

Das aktuellste Material ist von 2005, das findet Ihr hier:

http://www.hof.uni-halle.de/…/L…/RP_hochschulfinanz_2005.pdf